Grußwort

portrt hochformat mwide nrw roberto pfeil1Bildnachweis: Land NRW/Roberto Pfeil

Der demografische Wandel ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern gelebte Gegenwart. Die Entwicklung wird noch einmal an Fahrt aufnehmen, wenn die „Baby-Boomer“, die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre, das Rentenalter erreichen. Derzeit beträgt der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland 27 Prozent, im Jahr 2030 wird diese Zahl auf 35 Prozent klettern.

In der Debatte um Chancen und Risiken des demografischen Wandels klingen häufig negative Töne an. Sicher darf man die Augen nicht vor den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die sozialen Sicherungssysteme verschließen. Aber man sollte mindestens ebenso deutlich den Blick dorthin richten, wo an konstruktiven Lösungen und Ideen gearbeitet wird. Noch nie waren Seniorinnen und Senioren so fit wie heute – mehr als 90 Prozent der über 65-Jährigen leben bei weitgehend guter Gesundheit in den eigenen vier Wänden und legen großen Wert auf ihre Unabhängigkeit.

Darin sollten wir – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – sie unterstützen. Mit an ihre besonderen Bedürfnisse angepassten Dienstleistungen, Produkten, Wohn- und Mobilitätskonzepten, die über reine Hilfsmittel hinausgehen.

Parallel zu dieser Entwicklung gibt es eine weitere, die mich als Innovations- und Digitalminister von NRW natürlich besonders freut: In der Gründerszene boomt es. Diesen Schwung wollen wir nutzen und NRW zum attraktivsten Standort für Gründerinnen und Gründer machen. Dazu möchten wir Startups mit einem „Gründer-Stipendium NRW“ unterstützen und den Gründungsprozess entbürokratisieren, damit den künftigen Unternehmerinnen und Unternehmern mehr Zeit für ihr Geschäft bleibt.

Gründer/innen sind naturgemäß häufig jüngere Semester. Gut ausgebildet wie sie oftmals sind, überzeugen sie gerade bei Startups mit gut durchdachten Konzepten und bringen echte Innovationen auf den Markt. Doch sie tun sich in der Regel leichter damit, Produkte und Dienstleistungen für ihresgleichen zu entwickeln als für ältere Menschen.

Jetzt gilt es, die beiden Bereiche zusammenzubringen. Und genau das tut der SENovation-Award: Er zeichnet kreative Köpfe aus, die kluge Konzepte für eine älter werdende Gesellschaft erarbeiten. Komfort schafft Sicherheit und zwar für jede Generation und ohne stigmatisierenden Stempel. Ich möchte an dieser Stelle die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik zitieren, deren Gründer einmal gesagt hat: „Wer für die Jugend konstruiert, schließt das Alter aus. Wer für das Alter konstruiert, schließt die Jugend ein.“

Ich begrüße diesen Wettbewerb und wünsche mir in diesem Sinne viele spannende Konzepte, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und erleichtern.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung
und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen